Die Frage habe ich vor kurzem mit einem Bekannten besprochen. Er hat vor kurzem seine Mutter verloren. Eine Gemeinsamkeit.
Mich beschäftigt oft, wie es ihm geht. Ich frage ihn auch nach seinem Befinden. Nicht immer, aber immer wieder mal. Trauernde haben selten Gelegenheit über ihren Verlust zu sprechen.
Gibt es einen besonders schlimmen Moment?
Ich meine ja. In den ersten Tagen haben wir alles gelassen wie es war. Es war nicht wichtig. Ich hatte das Gefühl, es sei alles noch gut. Der Koffer lag noch auf dem Esstisch. Moms Sachen lagen noch überall herum. Zum Glück waren wir nicht besonders ordentlich. Es war immer chaotisch, aber auch immer gemütlich.
Das muss ich vielleicht doch mal wegräumen
Doch irgenwann denken wir: Das musst Du doch mal wegräumen. Und es verschwinden die ersten Sachen. Hier räumst Du Socken weg. Da einen Schal. Hier ein Medikament. Anfangs fällt das nicht auf. Doch je mehr weggeräumt wird, desto leerer wird alles. Und plötzlich ist da jener Kippunkt. Es wird eiskalt. Und es wird leer. In dem Moment zieht Dir die Realität den Boden unter den Füßen weg.
Verleugnen fühlt sich so kuschelig an
Ich versuche, wieder etwas zurück zu räumen… Aber das funktioniert nicht mehr. Jetzt bin ich aus dem kuscheligen Verleugnen raus.
